Der Schrein von Deva Der Schrein von Morgana Der Schrein von Alice Der Schrein von di-màirt Der Schrein von Jawar


Kurzvorstellung

Allaidh Siur
  Ziele
  Konzept
  Entstehung

Magische Arbeit
  Mondarbeiten
  Rituale
  Arbeitsgruppen

Schwesternschaft
  Organisation
  Ein Raum für Frauen
  Mitgliedschaft

Bibliothek

Forum

Chat

Links

Kontakt

Eine kleine Diskussion über Egregore an und für sich.

von Abir Ja'ir

a'isa: Isch dachte, ein Egregor is entweder so 'nen Dings, das eh da ist und sich dann irgendwie quasi an die Gruppe wendet, wenn sie sich mit dem-und-dem verbinden will.

Saxum: Nein, nicht ganz. Also grundsätzlich kann man Egregoren verschieden betrachten. Viele stellen sie sich als Wesenheiten mit quasi-physischen Eigenschaften vor, schreiben ihnen in menschlichen Kategorien angesiedelte Intentionen zu und meinen, sie solcherart visualisieren zu können. Wir sprechen hier in Kategorien der Morphogenetik darüber, weil da einiges klarer wird, z.B. die Manifestation des Egregors aus den Individualenergien, und weil die Verantwortung des einzelnen Tempelmitglieds für den Egregor klar wird. Bei der Sichtweise des Egregors als Wesenheit taucht der Egregor so hastenichgesehen aus dem Nichts auf (und verschwindet so auch öfter mal wieder, woran dann natürlich immer die anderen schuld sind). Außerdem verführt diese Sicht dazu, alles mögliche inklusive der eigenen Verantwortung für das magische Tun in diese Wesenheit zu projezieren. Mit der konzeptionell energetischen Sichtweise geht das nicht so einfach.

Also, mit der Installation des Tempels und dem Wirken der Tempelmitglieder beginnt sich der Egregor aus den Individualenergien mehr oder weniger schnell zu manifestieren, das hängt von der spirituellen Kraft der Mitglieder und der Bereitschaft, sie in den Tempel sozusagen zu "investieren". Zweck z.B. ritueller Übungen ist es, durch speziele Fokussierung der eigenen Energien in die Gruppenenergie diese mit anderen Energien zu verbinden. Ein Saturnritual hat den Zweck, die im Egregor manifestierten, zur Gruppenenergie verbundenen, eigenen Energien mit der des saturnischen Fluxus zu verbinden. Dazu dienen alle rituellen Handlungen von der speziellen Vorbereitung des Tempels über Räucherungen und Anrufungen, auch wenn sie für Außenstehende merkwürdig oder albern wirken. Das ist bei allen Planeten- und Sternenritualen für den jeweilgen Planeten/Stern adäquat. Ebenso bei Elementeritualen für die Kraft der jeweiligen Elemente, bei Symbolritualen (z.B. Pentagramm- oder Swastikaritual) für die Kraft der jeweiligen Symbole uswusf. Hier tritt, so es denn gelingt, die Verbindung des Egregors mit den o.g. Kräften als etwas von außen Wirkendem ein, was rückwirkend die Kraft der Gruppe und damit die individuellen Kräfte enorm verstärken kann und soll, was dann eben auch magische Operationen ermöglicht. Das ist es, was ich mit transformierender Wirkung meine. In der Wesenheitsicht taucht dann halt eine solche auf, um sich mit dem Gruppenegregor zu verbinden.

Der Egregor ist eine Art Transformator. Er nimmt als Manifestation der Gruppenenergie die Energien der Tempelmitglieder auf und gibt, z.B. in Ritualen, Energie transformiert zurück. Die Energien sind dabei natürlich in oder aus den Schwestern und Brüdern selbst heraus mobilisiert. Solche Egregoren bildet eigentlich jede Gruppe, auch exoterische Gruppen tun das, nur wird in der Magie, speziell der rituellen und Tempelmagie, bewußt und gezielt mit dem Egregor gearbeitet.

a'isa: [Solche Egregoren bildet eigentlich jede Gruppe, auch exoterische Gruppen...]
Humhumhum... Ich bin mir immer noch nicht gaaaanz sicher, ob ich das verstehe. *G*

Saxum: Das meint, das im Grunde jede andere Gruppe, ob Kegelclub oder politische Partei mit der Ausbildung morphogenetischer Felder einen solchen Egregor entwickelt. Nur käme da keiner auf die Idee, das so zu nennen und so zu interpretieren. Da wird dann gerne versucht, energetische Phänomene gruppenpsychologisch zuerklären - mit den bekannt unzulänglichen Resultaten. Natürlich gibt es in Gruppen grupppsychologische Phänomene, nur läßt sich halt nicht alles unter diese subsumieren.
Bei der bewußten Arbeit an und mit dem Egregor sieht das halt in oben beschriebener Weise aus und ein schönes Beispiel für exoterische Egregorarbeit ist die Band Therion. Die wissen, da selbst alle aktive Magier, um dieses Phänomen und zelebrieren ihre Konzerte in ritueller Form mit der Fokussierung ihrer Energie und der des Publikums in einen Egregor. Das Resultat ist, wie ich aus eigener Erfahrung weiß, verblüffend und ungeheuer inspirierend, was über die rein musikalische Ebene weit hinaus geht. Andere Bands machen das auch, z.B. Dimmu Borgir, die auch rein optisch die Bühne als Ritualraum inszenieren, was Therion nicht tut.

a'isa: Also, das ist dann so, dass sich im Rahmen der Arbeit in der Gruppe eine gruppenspezififische Energie entwickelt und mittels der kann man dann auch wieder an andere Ernergieformen ran? Also ist Egregor sowas wie ähhh Kraftstrom?

Saxum: Nein, die Kraftstrom ist einerseits der Fluxus der spirituellen Kraft der Tempelmitglieder zum Egregor und umgekehrt und andererseits der Fluxus der auswärtigen Kraft zum Egregor. Der selbst ist kein Fluxus, sondern ein Energiefeld. Der Unterschied ist, daß Energie einerseits und Kraft andererseits Größen verschiedener Kategorien sind. (Um korrekt zu sein, müßten wir statt Kraft den Begriff Arbeit verwenden, die das Differenzial der entlang eines bestimmten Weges aufgebrachten Kraft ist. Da wir den Weg in unserer Betrachtung nicht quantifizieren können, vernachlässigen wir ihn einfach und sprechen von Kraft. Physikalisch ist das aber nicht korrekt, worauf ich hiermit hingewiesen habe.) Energie ist eine Zustandsgröße und Kraft ist eine Vorgangsgröße. Energie ist als Potential, d.h. potentiell wirkende Kraft vorhanden, Kraft ist nur aus einem Energiepotential im Fluxus als eigentlichem Vorgang wirkende Größe. Ein kleiner, aber hilfreicher Vergleich: Physiker greifen hier gerne zu dem Vergleich mit einem Bankkonto. Energie ist als Zustandsgröße das Guthaben auf diesem Konto, die Arbeit (für uns hier Kraft) als Vorgangsgröße ist mit den Auf- und Abbuchungen auf diesem Konto vergleichbar. Deshalb haben beide auch dieselbe Maßeinheit, ähnlich der Währung, in der das Konto geführt wird. (Letzteres trifft auf die Kraft nicht zu.)

a'isa: Mit der Istallation des Tempels? Also ab dem Zeitpunkt ab dem ein paar Leute sagen "wir machen nu 'nen Tempel aus unserem Kaffekränzchen" *GG*?

Saxum: Nun ja, das zu sagen reicht nicht ganz. Die Schwestern und Brüder im Tempel müssen ihre spirituellen Energien schon mobilisieren und das geht n.m.E. am Anfang am besten mit intensiver, gemeinsamer Arbeit an einem gemeinsamen Ziel - also mit dem, was hier nun passiert. Ich spüre, daß sich in Sachen Egregor, sprich Energiefeld, schon gut was getan hat und bin sicher, daß das Licht in eurem Tempel hell strahlen wird. Später ist es ratsam, den Tempel auch rituell zu installieren, wann und in welcher Form ihr das tut, müßt ihr selbst wissen. Aber das weiß man, wann das soweit ist und was zu tun ist.

a'isa: Wieso konnte sie das überhaupt? Ich meine, wie kann das sein, daß ein Mitglied der Gruppe mit dem Egregor abhaut, wenn der Egregor doch aus sich heraus nichts ist.

Saxum: Der Egregor ist irgendwann aus sich heraus durchaus etwas, nämlich ein Energiefeld, das, wenn es stabil genug ist, eine ganze Weile auch ohne Fluxus von den Mitglieder her existieren kann.
Ein erfahrener Magier kann das, indem er auf den Egregor fokussiert und quasi auf einen Schlag dem morphogenetischen Feld die Energie entzieht, also einen Kraftfluxus vom Egregor zu sich initiiert und ihn sozusagen assimiliert. Das geht am besten rituell. Aber wenn es dich tröstet - wer das tut, hat i.d.R. wenig Freude daran. Er erfährt zwar zunächst einen enormen Energieschub, aber die wenigsten können den verkraften.

Alrune: Mich würde da interessieren, zu welcher Art magischen Operationen der Egregor "angezapft" wurde/wird.

Saxum: Na ja, angezapft ist nicht der richtige Ausdruck, das klingt so parasitär. Es sind ja die um den entsprechenden äußeren Fluxus verstärkten spirituellen Energien der Tempelmitglieder und aus denen heraus sind magische Operationen möglich. Das sind sie zwar prinzipiell auch ohne Arbeit mit Egregoren, aber mit ihnen sind sie halt wirkungsvoller und in größerem Maßstab möglich. Welche Operationen möglich sind? Alle, die auf energetischer Basis wirken, also IMO alle. Es wäre nur sinnvoll, wenn man als Gruppe solche Operationen plant, sich vorher zu überlegen, was man womit erreichen will und ob man dazu berechtigt ist, also den ethischen Aspekt im Auge behalten sollte.

Alrune: Das meinte ich mit meiner Frage nicht, sondern wann hauptsächlich diese Energien eingesetzt werden/wurden, denn ich zweifle an, dass wenn da irgendjemand ein Amulett aufladen will, sich gleich des Egregors bedient wird *g*.

Saxum: Kommt drauf an, aus welcher Perspektive man das sieht. Die rituelle Arbeit am Egregor wirkt energetisch auf die Teilnehmer und in schwächerer Form auf alle Mitglieder der Gruppe zurück, so daß deren individuelle magische Arbeit davon auch profitiert. Wenn man direkt aus dem Gruppenfeld schöpft, ist da natürlich an umfangreichere Maßnahmen wie Evokationen oder kriegerische Handlungen o.ä. gedacht.

Alrune: Was geschieht damit, wenn ein Mitglied sich aus diesem Strom zurückzieht? Dass dann ein Teil des ursprünglichen fehlt ist klar, doch kann das auch grössere Ausmaße haben?

Saxum: Bei kleineren Gruppen kann das zum Erlöschen des Lichtes im Tempel führen, also zum Verschwinden des Egregors, zum Zusammenbruch des morphogenetischen Feldes, wenn die anderen Tempelmitglieder nicht in der Lage sind, den Rückzug des Mitgliedes zu kompensieren. Es hat schon seinen Grund, daß in der Ritualistik i.d.R. eine Mindestanzahl von Personen zur Durchführung des Rituals erforderlich ist. Das sind in die Ritualistik im Laufe der Jahrhunderte eingeflossene Erfahrungswerte. Eingespielte Gruppen und erfahrene Ritualmeister bemerken den Rückzug über kurz oder lang und deshalb sollte das kommunikative Klima im Tempel so sein, daß man derartiges besprechen kann.

Alrune: Bzw. ist es für ein einzelne Person möglich den Egregor soweit zu beeinflussen, dass herbe Konsequenzen darauf für den gesamten Tempel, Orden etc. entstehen?

Saxum: Ja, durch unbeabsichtigte oder gar beabsichtigte, also manipulative Einbringung gruppenfremder Energiefluxi kann das erreicht werden, was zum Erlöschen des Lichtes im Tempel, zur Sprengung der Gruppe und bis hin zu physischen Ausfallerscheinungen bei den Tempelmitgliedern führen kann. Derselbe Effekt tritt bei massivem Abzug der Energie seitens eines Mitgliedes ein, wozu ein erfahrener Magier durchaus in der Lage ist. Und natürlich stellt sich jedes Tempelmitglied im Bezug auf den Egregor in den energetischen Fluxus der jeweils anderen Mitglieder. Wenn es das nicht will oder sich dem entzieht, ist eine Mitarbeit im Tempel nutzlos bis schädlich.



• © 2007 by Allaidh Siur •